Artensterben

Sophie Müllner

Niemand weiß, wie viele Tier- und Pflanzenarten es auf der Erde genau gibt. Geschätzt werden rund 1,75 Millionen beschriebene Arten. Obwohl viel geforscht wird und auch neue Arten entdeckt werden, kennen wir noch lange nicht alle. Vor allem in unzugänglichen Gegenden werden unbekannte Tiere und Pflanzen vermutet.

 

Landwirtschaft:

Die Internationale Union für Naturschutz veröffentlicht regelmäßig eine "Rote Liste" der bedrohten Arten. Die Liste von Juli 2020 enthält 90 000 Arten, von denen mehr als 32 000 vom Ausstreben bedroht sind. Das sind mehr als jemals zuvor.

 

Angesichts der geschätzten Gesamtzahl scheint dies keine große Menge zu sein.  Das ökologische Gleichgewicht ist jedoch empfindlich. Wenn beispielsweise eine Pflanze, von der sich ein Insekt hauptsächlich ernährt, stirbt, ist auch ihr Überleben gefährdet.

 

Es gibt viele Gründe für das Aussterben von Arten. Der Mensch ist aber meistens der Auslöser. Viele Pflanzen- und Tierarten sind Opfer einer intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Entwicklung von Ackerflächen geworden. Insektizide und Pestizide töten nie nur die Schädlinge ab, sondern schaden auch den Pflanzen und anderen Lebewesen.

 

Wird ihr Lebensraum vergiftet, müssen sie von diesem Ort verschwinden. Nur in den seltensten Fällen suchen sich die Arten einen neuen Lebensraum. Selbst wenn das geschieht, müsse andere Arten ihren Lebensraum für die neue Art hergeben.  

 

Grasland und Weiden, die Heimat vieler Pflanzen- und Tierarten, werden zerstört. Wiesen, die nicht für die Landwirtschaft benutzt werden, werden in Bauland umgewandelt.

 

Darüber hinaus wird in Industrieländern immer weniger Obst-, Gemüse- und Getreidesorten angebaut. Gängige Sorten wie Kartoffel- und Apfelsorten kann man überall kaufen. Doch die anderen Sorten geraten in Vergessenheit und sterben langsam aus.

 

Regenwald:

Der tropische Regenwald im Amazonas-Gebiet ist der Lebensraum vieler Lebewesen und Pflanzen. Die Zerstörung ist für die meisten Arten tödlich, denn dort gibt es schätzungsweise 70 Prozent aller tierischen und pflanzlichen Lebewesen.

 

Doch jedes Jahr werden enorm viele Flächen des Regenwaldes abgeholzt und zum Beispiel in Industrieland umgewandelt. Das Holz wird an die Möbel- und Papierindustrie verkauft. Die Arten werden dadurch von ihrem Zuhause verdrängt. Was einmal verschwunden ist, wird aber nie wieder auftauchen.

 

Ozeane:

In den Ozeanen sieht es nicht besser aus. Die Meere bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche. Man vermutet, dass es über 10 Millionen Arten von Meeresbewohnern gibt. Doch auch diese sind wegen Überfischung und Verschmutzung vom Aussterben bedroht.

 

Tier- und Pflanzenarten sind auch bedroht, wenn Urlauber sie von ihrer Reise lebendig, ausgestopft oder verarbeitet mitbringen. Zollfahnder beschlagnahmen jedes Jahr bedrohte Tierarten wie Schlangen, Wasserschildkröten oder Leguane. Viele Jäger töten Tiere nur wegen ihrer Felle oder Hörner.

 

Mittlerweile gibt es schon viele Organisationen, die gegen das Aussterben verschiedener Pflanzen- und Tierarten sind. Die gezielte Aufklärung zu diesem Thema trägt ebenfalls zur Verlangsamung des Aussterbens bei.