China und ein Völkermord

von Niklas Waglechner

Im Jahr 2014 wurde von der chinesischen Regierung bei einer Parteisitzung sogenannte Uigurenlager eingerichtet. Darauf folgten große Proteste aus vielen muslimischen Ländern. Aber nicht nur dort. Auch im Westen stieß dieses Projekt auf viel Kritik. Aber Warum eigentlich? Und was sind diese Uigurenlager?

 

Wir befinden uns in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas. Dort leben insgesamt knapp über 22 Millionen Menschen, von denen aber über die Hälfte den muslimischen Glauben pflegen. Diese Menschen heißen Uiguren.

 

Sie sind eine der mongolisch-türkischen Minderheiten in China, die eigentlich geschützt werden sollten. Das Problem dabei: Die Regierung des Reichs der Mitte will diese Minorität nicht anerkennen. Im Vergleich zu anderen Völkern ist das eigentlich sehr unfair, denn 90 Prozent aller Chinesen sind sogenannte Han-Chinesen, der Rest sind Minderheiten wie die Uiguren.

 

Ein Großteil dieser ist von der chinesischen Republik anerkannt, aber eben nicht alle, wie die Uiguren. Sie sind Teil der chinesisch-muslimischen Gesellschaft, die die Regierung weder anerkennen oder schützen will. Eher im Gegenteil. Seit dem Jahr 2014 werden die vorher schon erwähnten Uigurenlager errichtet. In diesen Lagern sollen der muslimischer Glauben, die Vielkinderkultur und die uigurische Sprache mit brutalsten Mitteln abgewöhnt bzw. assimiliert werden. 

 

Eine Frau berichtet den deutsch-französischen Fernsehsender Arte über den Aufenthalt in den Lager: „Ich war erschöpft. Sie brachten mich in einen Raum, der mit schweren Metalltüren verschlossen war. Der Raum war ca. 20m2 groß und dort waren 40 Frauen. Die Hälfte stand die andere Hälfte lag auf den Boden und weinte. Alle trugen wir schwere Ketten an den Händen. 

Einmal pro Woche zeigten sie uns einen Film über Xi Jinping (chinesischer Präsident). Dann mussten wir unsere Selbstkritik aufschreiben. Sie wollten sicherstellen, dass sich unsere Denkweiße veränderte und verbesserte. Jeden Montag, um zehn Uhr mussten wir aufstehen und die chinesische Nationalhymne singen. Den Rest der Woche sangen wir jeden Tag fünf Lieder. Wenn wir uns weigerten ihnen zu gehorchen gaben sie uns nichts zu essen und bestraften uns.“  Unten ist der Link zum Video.

 

Das ist jetzt zwar nur ein Ausschnitt und die Übersetzung ist jetzt auch nicht die Beste, aber trotzdem hat es meiner Meinung nach dieses Interview in sich. Verhältnisse, wie in einem Gefängnis, wenn nicht sogar wie in einem Konzentrationslager. Das ist einfach nur Menschenunwürdig und darum haben sich auch der türkische Außenminister, Mevlüt Çavuşoğlu, und der EU-Sicherheitsminister,  Josep Borrell, zu Wort gemeldet. Beide vergleichen sie die Uigurenlager in Xinjiang mit Konzentrationslagern und bedauern die schlechte Situation. Zitat Borrell: "Die größte Meinungsverschiedenheit, die wir mit China haben, betrifft  die Menschenrechtssituation in diesem Land."

 

Solche Aussagen und Interviews findet man online und in Zeitungen zu häuf, das scheint aber den chinesischen Präsident, Xi Jinping, der für diese Umerziehungslagern verantwortlich ist, nicht zu stören, denn Insidern zufolge sollen in den Lagern noch immer über 1 Millionen Uiguren, auf 100 dieser Einrichtungen aufgeteilt, gefangen gehalten werden. Das entspricht etwa einem Zehntel der in China lebenden Uiguren.

 

Das ist der heutige Stand am 20 Oktober 2020. Zur Zeit sieht es nicht danach aus, dass die Uigurenlager geschlossen werden. So hofft das Schülerzeitungsteam das Beste für die in China lebenden Uiguren und dass ihre Minderheit anerkannt wird.     

 

Hier ist der Link zum Video:                                            K. K