Die Fastenzeit

Hannah Scheidl

Bei uns Christen dauert die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern. In dieser Zeit soll sich der Mensch neu besinnen, Beichten gehen und die Nähe zu Gott suchen.

 

Heute kann aber jeder für sich selbst entscheiden, wie er die Fastenzeit gestalten will. Christen sind während der Fastenzeit zum freiwilligen Verzicht auf Nahrung und zum Beten und Geben aufgerufen. Es geht um Buße, Besinnung und Umkehr, Verzicht auf Essen, Trinken und Rauchen.

 

Christen fasten freiwillig. Die einzige Regel heißt: Verzichte auf Dinge, die dir am Herzen liegen! Manche verzichten auf Schokolade, das Fleisch im Essen oder den Nachtisch. Viele lassen während dem Fasten auch einmal Computerspiele oder das Fernsehen links liegen.

 

Probiere das mal aus, du wirst schnell feststellen, dass du vieles von dem, was dir wichtig erscheint, doch nicht so wichtig ist. Die Christen denken in der Fastenzeit auch besonders über ihren Glauben und über ihre Lebensweise nach.

 

Bei vielen Protestanten war das Fasten längere Zeit etwas in Vergessenheit geraten. Mittlerweile besinnen sich viele Protestanten vor Ostern wieder auf die Zeit des Nachdenkens. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Sie geht bis zum Gründonnerstag an Ostern. Ostern ist das wichtigste Fest für uns Christen, deshalb möchten wir uns darauf ganz besonders gut vorbereiten und uns auf dieses Fest einstellen.

 

In der Fastenzeit wollen wir uns ganz auf Gott und den Glauben konzentrieren. Das geht am besten, wenn wir uns durch möglichst wenig ablenken lassen. Der richtige Name der Fastenzeit ist die "österliche Bußzeit". Das Wort "Buße" hat etwas mit "besser" zu tun.

 

Fasten hat deshalb auch etwas damit zu tun, Sachen erstmal nicht mehr zu machen, die nicht unbedingt gut für einen sind. Wer richtig fastet, isst außer einer kleinen Mahlzeit am Tag, den restlichen Tag nichts mehr. Zudem isst man freitags kein Fleisch, weil uns der Freitag an den Tod Jesu erinnert.

 

An den Sonntagen und an besonderen Festen wird allerdings nicht gefastet. Denn für uns ist jeder Sonntag wie ein kleiner Ostertag, an dem wir daran denken, wie Jesus gestorben und dann auferstanden ist – also aus dem Tod in das neue Leben wiedergekommen ist.

 

Fasten heißt aber nicht nur, dass man auf etwas verzichtet – sondern auch, dass man für etwas anderes verzichtet. Außerdem beten wir in dieser Zeit sehr viel und viele tun etwas für andere Menschen. Denn besonders in dieser Zeit möchten wir an die Menschen denken, die es nicht so gut haben.