Ein Unfall

von Niklas Waglechner

Einmal in der Woche trafen wir uns in meiner Kindheit zum Fußballspielen hinter der Kirche. Neben dem Platz stand noch der kleine Bauernhof auf dem Jonny, mein bester Freund, mit seiner Familie wohnte. Auch er spielte manchmal bei uns mit.

 

Oft kickten wir meist am Samstag, doch einmal passierte etwas, das unser Leben für lange Zeit verändern würde: Unsere Gruppe verabredete sich um drei am Platz und alle kamen wie immer rechtzeitig, nur Jonny musste noch seinen Eltern kurz beim Ausreißen eines alten Baumstumpfes helfen. Wir schauten ihnen dabei zu. Jonny durfte sogar mit dem Traktor fahren, er liebte die Landwirtschaft, und war somit sehr stolz.

 

Um den Baumstumpf aus der Erde zu reißen, legte man ein Stahlseil um den Stumpf. Das machte man dann am Traktor fest und gab Gas. Jonny gefiel es sehr. Es gab hier nur ein Problem: Mit jedem Mal Gas geben stiegt der Traktor ein kleines bisschen in die Höhe.

 

Nach einer Weile steigerte sich das so, bis das Gefährt in der Luft zu stehen schien. Jonnys Mutter sagte: „Jetzt ist aber genug, Johannes! Dir passiert sonst noch etwas.“ Da war es aber schon zu spät, denn auf einmal lag der Traktor samt meinem Freund auf den Rücken. Alle liefen sofort zum Gefährt.

„Kumm und hol vom Fleischer de Hackler!“, schrie Jonnys Vater und ich rannte. Als ich bei den Arbeitern angekommen war und sagte: „Drüben liegt ana mitn Traktor am Bugl!“, zogen sie mich nur auf und spotteten: „Aso! Do liegt aiso ana am Bugel.“ Nach einer Weile schien ihnen aber bewusst zu werden, dass ich nicht spaßte. So sprinteten wir zu fünft zum Unfallsort zurück.

 

Gemeinsam hoben wir den Traktor auf, so dass einer Jonny hervorziehen konnte. Es war aber schon zu spät. Jonny lebte nicht mehr.