Eine Schere spaltet die Gesellschaft (1)

von Niklas Waglechner

Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Aber war das nicht schon vor der Coronakrise so?

 

Die oberen 5 Prozent haben mehr als 80 Prozent allen Geldes. Das ist in fast jedem Land so. Dabei benutzen die Reichen oft unser Steuersystem, um Geld zu „sparen“, ob legal, in einem gesetzlichen Graubereich, oder nun illegal, ist ihnen gleichgültig.

 

Auch österreichische Millionäre und Milliardäre nutzen solche Tricks. In diesem Artikel werden wir uns mit Zinseszins, mit Briefkastenfirmen, mit Steuerhinterziehung etc. beschäftigen.

 

Es gibt viele Arten Geld zu verdienen, z. B. das Geld selbst für sich arbeiten zulassen. Das geht so: Du gehst zur Bank, legst 1000€ auf ein Sparkonto, du vereinbarst mit der Bank einen Zinssatz von einem Prozent. Nach einem Jahr sind auf dem Konto plötzlich 1010€. Du hast 10€ von der Bank bekommen, aber wirklich von der Bank? Nein, eben nicht, denn die Bank braucht einen, der einen Kredit von 1000€ aufnimmt und 3% Zinsen zahlt, weil die Bank ja auch einen „Aufwand“ hat. Diese Person erwirtschaftet dann im realen Leben 10€ für dich und 20€ für die Bank. Die Reichen nutzen diesen „Zinseszins“ und legen oft Millionen oder sogar Milliarden auf solche Sparkonten. Durch so etwas haben schon so mancher viel Geld gemacht.

 

Die nächste Art, als Superreicher Geld zu „sparen“, sind Briefkastenfirmen. Bei diesem Unternehmen gründeten man eine Firma in einem Land mit niedrige Unternehmenssteuer. Dann stellt die Briefkastenfirma dem Hauptkonzern eine Rechnung die etwa die Summe der Einnahmen des Mutterunternehmen beträgt. Das Geld wird in der Steueroase versteuert und gelangt über Umwege zurück in die Hände der Hauptfirma. In Österreich gibt es auch viele Unternehmer, Fußballer und Firmen die solch eine Briefkastenfirma betreiben. Briefkastenfirma darum, weil diese Scheinfirma selbst nur einen Briefkasten besitzen.

 

Aber auch in der Krise kann man Geld verdienen. In Österreich hat zum Beispiel eine große Immobilienunternehmen einer Tochterfirma mehrere Immobilien vermietet. Die Tochterfirma hatte so wenig bis gar kein Einkommen und konnte so auch fast keine Steuern in Österreich zahlen. Dazu beantragte sie Kurzarbeit und Coronahilfen, die auch bewilligt wurde. Aber warum macht die Politik nichts dagegen? Und warum machen eigentlich wir nichts dagegen?

 

 

Nächste Woche gibt es den zweiten Teil des Artikels.