FF Schwarzenau: Interview mit ABI Hartner

von Mattias Winter

Heute habe ich den Kommandanten der FF Schwarzenau, Michael Hartner, bei mir im Interview. Ich habe unseren Kommandanten genommen, weil er mir sehr sympathisch ist.

Michael Hartner hat mich auch in schweren Zeiten immer unterstützt und motiviert.

 

Mattias:

Wolltest du schon immer Kommandant werden?

 

ABI Hartner:

Nein, eigentlich nicht und ich habe auch nie damit gerechnet. Aber nachdem ich im Jahr 2004 das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold - die sogenannte Feuerwehrmatura - absolviert habe, bin ich für die Nachfolge vom damaligen Kommando vorgeschlagen worden. Es hat sich dann so ergeben, dass ich zuerst Feuerwehrkommandant - Stellvertreter war und schließlich im Jahr 2010 zum Feuerwehrkommandant gewählt wurde.

 

Mattias:

Was gefällt die am besten bei der Freiwilligen Feuerwehr?

 

ABI Hartner:

Eindeutig die Kameradschaft und die Freundschaft! Das Wichtigste ist die  Zusammenarbeit in der Kameradschaft für die Sicherheit der Bevölkerung. Jeder kann sich auf den anderen verlassen und alle haben nur ein Ziel: in Not geratenen Menschen und Tieren zu helfen!

 

Mattias:

Was war bis jetzt deine schwierigste Aufgabe bei einem Einsatz oder als Kommandant ?

 

ABI Hartner:

Verkehrsunfälle oder Ereignisse, wo Personen, die man kennt, beteiligt sind und auch verletzt werden. Leider müssen wir oft mit solchen Einsätzen rechnen. Aber auch der Tod von Kameraden und die damit verbundenen Traueransprachen sind immer sehr fordernd.

 

Mattias:

Was war bis jetzt deine schönste Aufgabe als Kommandant oder im Einsatz ?

 

ABI Hartner:

Wenn man Personen rechtzeitig aus einem Gefahr retten kann, ist es immer eine Erleichterung. Man weiß, dass die Ausbildungen und Übungen viel gebracht haben. Ich denke oft an einen Wohnungsbrand im Jahr 2014 zurück, wo wir eine ältere Dame aus der Flammenhölle ihrer Küche retten konnten. Damals war ich Einsatzleiter und die Rettung der betagten Dame ist perfekt abgelaufen.

 

Für richtige Entscheidungen und Befehle blieben nur Sekunden, die alle eingesetzten Kameradinnen und Kameraden grandios umgesetzt haben. Aber auch Erfolge bei Bewerben, die Erlangung von Abzeichen oder die Absolvierung von Ausbildungen der Mannschaft, machen einen Kommandant stolz!

 

Mattias: Ist deine Familie stolz auf dich?

 

ABI Hartner:

Ich denke schon! Mein "Hobby" wird akzeptiert und ich bekomme den nötigen Freiraum. Da auch meine Frau Patin in unserer Feuerwehr ist und auch meine Schwester und mein Schwager aktive Mitglieder sind, fließt bei uns allen "Feuerwehrblut" in unseren Adern. 

 

Mattias:

Wie ist die Funktion als Kommandant mit Familie und Beruf vereinbar ?

 

ABI Hartner:

Zugegeben, es ist schwer, aber man darf es nicht als Belastung sehen. Familie und Beruf gehen natürlich immer vor. Ich versuche ein ausgewogenes Mittelmaß zu finden, damit ich alles unter einen "Helm" bekomme.

 

Mattias:

Welchen Beruf hast du ursprünglich erlernt bzw. wie war dein Werdegang ?

 

ABI Hartner:

Nach der Sporthauptschule und der Polytechnischen Schule in Zwettl lernte ich den Beruf des KFZ- Technikers. Danach war ich dreieinhalb Jahre bei der Post beschäftigt. Im Jahr 2005 begann ich die Ausbildung zum Polizisten in der Sicherheitsakademie und bin nun seit 12 Jahren beim Landeskriminalamt Niederösterreich als Kriminalbeamter tätig.   

 

Mattias:

Was erwartest du dir von Mitgliedern der Feuerwehrjugend ?

 

ABI Hartner:

Ich erwarte mir, dass sie sich untereinander akzeptieren, niemanden ausgrenzen und respektvoll miteinander umgehen. Sie sollten die Ausbildungen möglichst mitmachen und das Grundgerüst für den aktiven Feuerwehrdienst mitbekommen.

 

Mattias:

Bei uns bei der Feuerwehrjugend zählt "Einer für alle und alle für einen" -  zählt das auch bei der Aktivmannschaft ?

 

ABI Hartner:

Dieser Leitspruch sollte in allen Ebenen der Gesellschaft, wo Menschen zusammenarbeiten, zählen! Er gilt natürlich auch für die Aktivmannschaft.

 

Mattias:

Hättest du 2010, als du in Schwarzenau Kommandant wurdest, gedacht, dass du es ins Abschnittsfeuerwehrkommando schaffst?

 

ABI Hartner:

Es war nie mein Ziel von mir, es in eine höhere Funktionsebene zu "schaffen"! Ich glaube, so etwas zu planen, funktioniert meistens nicht. Da müssen viele Faktoren zusammenspielen und auch der Zufall spielt oft eine Rolle.