Kinderarbeit

Sophie Müllner

Was ist Kinderarbeit?

Als Kinderarbeit bezeichnet man Arbeit, für die Kinder zu jung sind oder die gefährlich und schädlich sind. Man rechnet auch Arbeiten dazu, die vom Schulbesuch abhalten.

So unterscheidet sich Kinderarbeit von normalen Aufgaben, die sie zum Beispiel im Haushalt erledigen müssen oder freiwillig machen. In den meisten Ländern gibt es ein Mindestalter (zwischen 14 und 16 Jahren) für legale Beschäftigung. In Gesetzen ist genau festgelegt, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um den Kindern Schutz zu gewähren. Doch die Ausbeutung von Kindern widerspricht den weltweit gültigen Kinderrechten. Kinderarbeit muss verhindert oder beendet werden!

 

Wie viele Kinder gibt es, die arbeiten müssen und wo leben sie?

Über 152 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten schätzungsweise unter gefährlichen und nicht gesetzlich vereinbarten Bedingungen. Fast jedes 10. Kind auf der ganzen Welt ist ein Kinderarbeiter. Auch in Europa gibt es leider Kinderarbeit. Der größte Teil kommt aber aus der Asien-Pazifik-Region, schätzungsweise arbeiten dort 62 Millionen Kinder illegal, vermutlich noch mehr. Auch Afrika südlich der Sahara ist stark betroffen. Dort ist etwas jedes fünfte Kind von Kinderarbeit betroffen. Die meisten Kinder, die arbeiten sind sehr jung. Sie sind zwischen 5 und 11 Jahre alt.

Welche Arbeiten verrichten diese Kinder?

Die Kinder arbeiten in unterschiedlichen Bereichen. Mehr als 70 Prozent der 5-17-Jährigen arbeiten in der Landwirtschaft. Dienstleistungen wie Groß- und Einzelhandel, Hotels, Restaurants, Transport- und Lagerwesen erbringen 17 Prozent der Kinder. Ca. 12 Prozent sind in der Industrie zum Beispiel als Hilfskräfte tätig.

Die Kinderarbeiter stellen Teppiche, Kleidung oder Ziegel her. Sie verarbeiten Fische, schneiden Bambus oder setzen Spielzeuge zusammen.

Kinder müssen bei der Feldarbeit und im Familienbetrieb helfen. Oft müssen sie auf Schwarzmärkte gesammelte Rohstoffe liefern.

Warum arbeiten die Kinder und warum lassen Eltern die Ausbeutung zu?

Die Hauptursache der Kinderarbeit ist Armut in der Familie. Die Kinder machen sich selber Druck, um bei dem Einkommen etwas beizutragen und für die Familie zu sorgen.

Wenn Bildungsmöglichkeiten fehlen, finden es manche Eltern sinnvoller, ihre Kinder als Arbeitskraft zu nutzen, als sie in die Schule gehen zu lassen.

Wenn zum Beispiel der Ernährer stirbt oder arbeitsunfähig ist, müssen Kinder einspringen und Geld verdienen, damit die Familie nicht verhungert.

Ist Kinderarbeit mit Bildung vereinbar?

 

Die meisten Kinder wollen unbedingt in die Schule gehen, um etwas aus ihrem Leben zu machen. Aber meistens ist Bildung nicht sehr gut mit Arbeiten zu vereinbaren. Ein Drittel aller 5- bis 14-Jährigen geht nicht zur Schule. Die, die es versuchen, haben es oft sehr schwer, weil sie zu müde fürs Lernen sind oder keine Zeit haben. Aber wenn sie keinen guten Schulabschluss haben, finden sie später schwer gut bezahlte Jobs.