Mansa Musa: Der reichste Mann der Geschichte

von Niklas Waglechner

Vor über 700 Jahren lebte im fernen Mali ein König. Dieser war zu diesem Zeitpunkt einer der einflussreichsten Menschen der Welt und vielleicht sogar der reichste Mann der Geschichte. Heute geht es um Mansa Musa, den goldenen König des Malireichs und wie er innerhalb eines Monats die Wirtschaft eines kompletten Landes für ein Jahrzehnt zur Gänze ruinierte.

 

Vom 13. bis ins 15. Jahrhundert herrschten im westafrikanischen Land Mali die sogenannten Mansa. Der Erste von ihnen war Sundiata Keita. Er konvertierte mit Mali, als erster König des Sahel, zum Islam.

 

Im Zuge dessen traten auch noch andere westafrikanische Staaten, wie z. B. die Songhai und Ghana, zu der neuen Religion über. So erklärte sich das Malireich zum muslimischen Oberhaupt der westafrikanischen Länder und kontrollierte mit Hilfe dieser Macht den Sahel vollständig.

 

Auch konnten sich die Mansa ein großes Gold- und Sklavenhandelsnetzwerk aufbauen, das die Könige Malis sehr reich werden ließ. Der komplette Mittelmeerraum war bald auf das Gold aus Westafrika angewiesen.

 

Als in zehnter Generation Mansa Musa König des Malireichs wurde, florierte die Wirtschaft ins Unermessliche und so beschloss der neue "König der Könige", das bedeutet der Name Mansa übersetzt, einen Haddsch – die Pilgerreise nach Mekka - von Timbuktu aus bis nach Mekka zu wagen, um Macht und Reichtum zu vermehren.

 

Im Jahr 1324 machte er sich dann mit einem Gefolge von über 60.000 Mann und zwölf Tonnen Gold auf den Weg. Nach einem halben Jahr Wanderung traf die Karawane in Kairo ein. Dort regierte der König des mächtigsten muslimischen Landes: der Sultan der Mamelucken.

 

Kairo war zu dieser Zeit die wirtschaftlich wichtigste Stadt im Nahen Osten. Von dort aus wurden Seide, Stoffe und Öle bis in den kalten Norden verschifft und in Norwegen oder Schottland weiterverkauft. Um seine Macht, Reichtum und Güte Ausdruckzu verleihen, drückte nun Mansa Musa jedem den er traf einen Klumpen Gold oder ein noch viel wertvolleres Präsent in die Hand, so auch dem Sultan. Diesem schenkte der Malikönig mehr als 40.000 Dinar in Gold. Eine für damalige Verhältnisse gewaltige Summe.

 

Mansa Musa verließ Kairo nach einem Monat mit großen Erfolgen und vielen neuen Verbündeten wieder. Sein Gefolge wuchs um rund 10.000 Personen und 5.000 Soldaten des Mamelucken-Reichs. Unter deren Schutz gelangte der Malikönig bis nach Mekka und vollendete so seine Pilgerreise.

 

Zurück in Kairo fand er die Stadt in einem schrecklichen Zustand wieder, denn durch seine teuren Geschenke und das viele Gold fiel der Preis dieser Waren in ganz Ägypten ins Bodenlose. Der Reiche wollte das Unheil noch durch Rückkauf der Handelsgüter abwenden, aber vergeblich. Die Wirtschaft im Mamelucken-Reich brach für 12 Jahre völlig zusammen und erholte sich nur schwer.

 

In Mali hingegen, verdoppelte sich die Wirtschaft allmählich durch die neuen Handelsrouten. Mansa Musa stieg zum Gott auf und wurde von seinem Volk ausgiebig verehrt. Sein Vermögen schätzen Forscher heute auf umgerechnet über 400 Milliarden Dollar. Somit ist Mansa Musa der reichste Mann der Weltgeschichte. Nach dem Tod des goldenen Königs von Mali verblasste sein Heimatstaat immer mehr und mehr, auch verlor es so seine Reichtümer und dadurch seine Bedeutung bis heute.