Türkei und Griechenland

von Fabian Honeder

Der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei. Man hört immer wieder, dass die zwei Nationen kurz vor einem Krieg stehen. Doch warum ist das so?

 

Der Anfang findet sich in der Geschichte wieder. Vor ca. 570 Jahren gab es das Byzantinische und das Osmanische Reich. Im Jahr 1453 erobert das Osmanische Reich die Byzantinische Hauptstadt Konstantinopel (heute Istanbul), von da an sind viele Gebiete des heutigen Griechenlands Teil des Osmanischen Reichs. Die Griechen (Byzantiner) versuchen zwar immer wieder unabhängig zu werden, haben aber dabei nicht wirklich Erfolg.

 

Griechische Revolution

Ca. 300 Jahre später, am 25. März 1821, begann die Griechische Revolution, auch Unabhängigkeitskrieg genannt, daher ist auch der 25. März Griechischer Staatsfeiertag. Er hielt bis 1830 an und endete nach dem Einmarsch Russlands in das Osmanische Reich mit dem Londoner Protokoll, sodass ein griechisches Königreich entstand, das auch offiziell vom Osmanischen Reich anerkannt wird. 

 

Griechisch-Türkischer Krieg.

Als das Osmanische Reich am schwächsten war, ergriff Griechenland seine Chance und erklärte den

Osmanen den Krieg. Der Krieg begann unmittelbar nach dem Zerfall des Osmanischen Reichs nach

dem 1. Weltkrieg. Das Ziel war es, Teile Kleinasiens und auch europäische Gebiete von der Türkei

einzunehmen. Den Krieg gewann jedoch die Türkei im Jahre 1922. Mit dem Vertrag von Lausanne

(1923) wurden die Gebiete neu verteilt und aus Teilen des Osmanischen Reiches wurde die Türkei.

 

Griechenland

Griechenland investiert ca. 2,5% ihres BIP (Bruttoinlandsprodukt) in seine Verteidigung. Zum Vergleich:

Österreich investiert ca. 0,7% des BIP in die Militärausgaben. Dadurch hat Griechenland eine Menge

Schulden angehäuft. Der Hauptgrund des Streites sind die Rohstoffvorkommen im Mittelmeer, die

Griechenland gut gebrauchen könnte. Dafür gab es Verträge mit anderen Mittelmeer-Staaten wie

Ägypten, Israel und Zypern. Bei den Verhandlungen ging es um das Meeresgebiet außerhalb des

Küstenmeeres. Sie haben sich auf Zonen geeinigt, wo sie Die Rohstoffvorkommen nutzen können.

Jedoch gibt es auch immer wieder türkische Erkundungsschiffe oder Kampfjets in den von

Griechenland beanspruchten Gebieten.

 

Türkei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagt, dass der Vertrag von Lausanne zu Lasten der

Türkei ausfalle. Hauptpunkt ist unter anderem die Insel Zypern, über die auf unserer Website auch

schon berichtet wurde. Zypern ist ein geteilter Staat, im Norden gibt es die „Türkische Republik

Nordzypern“, die jedoch nur von der Türkei offiziell anerkannt wird. Deswegen sagt der türkische

Präsident, dass Zypern zum Teil auch zur Türkei gehört und somit auch das Mittelmeer um Zypern.

Deshalb hat die türkische Regierung ein Abkommen mit Libyen geschlossen und in diesem

Abkommen gibt es Überschneidungen mit den Gebieten, die Griechenland beansprucht.

 

Das ist durchaus eine schwierige Situation, bei der man nur schwer vermitteln kann. Wir hoffen, dass

bald eine Lösung gefunden wird, da es im schlechtesten Fall in einem Krieg enden könnte.