Tierquälerei im Zirkus

von Emma Gamper

Ein Tiger, der durch einen brennenden Reifen springt. Dackel, die eine Hundepyramide bilden. Oder ein Pony, das auf den Hinterbeinen balancieren muss. Diese Dinge klingen zwar schön und gut, doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Zirkustiere werden oft in zu kleinen Käfigen gehalten, bekommen starke Mittel zur Beruhigung gespritzt oder müssen stundenlang am prallen Asphalt in der heißen Sonne sitzen. 

 

Zirkustiere wie Elefanten, Löwen, Zebras, Lamas, Ziegen und viele andere Arten müssen in den Vorstellungen des Zirkus wie Maschinen sein. Jede Drehung, jeder Schritt, jede Choreografie erfordert eine Menge Arbeit des Tiertrainers. Doch die Tiere werden nicht liebevoll behandelt oder bekommen Lob oder eine Belohnung für ihre vollbrachten Taten. Sie werden geschlagen oder gestochen und bekommen eine solche Angst, dass sie ihren Besitzern gehorchen und sich nicht gegen diese auflehnen. 

 

Das grelle Licht in der Manege, eine brüllende Menschenmenge, laute Musik und extrem viel Lärm. Das alles verursacht schon Stress bei den Zirkustieren. Außerdem werden die Tiere oft verletzt, wenn sie in der viel zu kleinen Manege auf dem Plastikboden aus und ziehen sich so Verletzungen zu.

 

Zu dem kommen auch noch die häufigen Transporte, wenn der Zirkus in andere Städte oder Dörfer zieht. Dadurch können sich die Tiere nie an eine Umgebung anpassen, oder bekommen überhaupt jemals eine Weide oder einen Auslauf zu sehen. Jeden Tag müssen sie in einem engen Käfig oder viel zu kleinem Auslauf leben. Viele der Tiere werden nachlässig versorgt und hungern. 

 

Seit dem 1. Jänner 2005 sind in Österreich jegliche Wildtiere im Zirkus verboten. Dasselbe gilt für viele andere Länder wie Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Serbien, Slowakei, Irland, Kroatien, Lettland, Mazedonien, Niederlande, Rumänien,  Schottland und Slowenien. In anderen europäischen Ländern gibt es wenigstens eine Einschränkung bestimmter Tierarten. Ein generelles Tierverbot in Zirkussen ist in Bosnien - Herzegowina, Griechenland, Malta und Zypern. (Stand 2020)

Doch nicht alle Zirkusse, die in Österreich auftreten, halten sich an das Wildtierverbot. Sie lassen die exotischen Tiere an der Grenze zurück und nehmen diese beim Verlassen von Österreich wieder mit. 

 

Doch es müssen doch nicht immer Tierzirkusse sein, die man besucht. Schon jetzt gibt es Zirkusse, die auf Tiervorstellungen verzichten und stattdessen Hologramshows einsetzen. Diese Art von Vorstellungen kommen bei Tierliebhabern besser an, als tierquälerische Shows.