Atomkatastrophe Tschernobyl

Ab 12.7. auf Prosieben - bitte anschauen!

von Thomas Traunfellner

Jeder von euch hat sicher schon mal was Tschernobyl gehört. Am 26. 4. 1986 kam es zu einem der schwersten Atomunfälle der Geschichte der Menschheit.

 

Durch zwei Explosionen wurde einer der vier Reaktorblöcke zerstört und radioaktives Material wurde in die Atmosphäre geschleudert.

 

Am 25. April 1986 wurde eine Versuchsreihe gestartet um zu schauen, ob bei einem Stromausfall die Rotationsenergie der Turbine ausreichen würde, um ausreichend Strom zu produzieren, bis die Notstromaggregate laufen würden. Das Notkühlsystem und weitere Sicherheitssysteme wurden ausgeschaltet. Langsam wurde die Leistung des Reaktors verringert.

 

Das Experiment musste aber nach kurzer Zeit wegen einer Stromanforderung unterbrochen werden. Es konnte erst nachts fortgesetzt werden. Das Notkühlsystem blieb in der Zwischenzeit ausgeschaltet.

Kurz nach 23 Uhr startete man die Vorbereitungen für den Versuch wieder. Geplant war, den Reaktor auf etwa 25 Prozent seiner Leistung herunterzufahren. Doch die Leistung sank innerhalb kürzester Zeit auf weniger als ein Prozent der Nennleistung. Daraufhin lief der Reaktor nicht mehr stabil. Warum es so einen riesigen Leistungsabfall gab, ist bis heute ungeklärt.

 

Anstatt den Reaktor abzuschalten, versuchten die Techniker, die Leistung wieder zu steigern. Dadurch stabilisierte sich die Leistung auf etwa sieben Prozent. Dies war immer noch zu wenig für den sicheren Betrieb des Reaktors.

 

Danach wurde der Versuch wieder gestartet. Die Techniker schlossen die Sicherheitsventile der Turbinen und verringerten die Wasserzufuhr im Reaktor. Innerhalb von Sekunden stieg die Reaktorleistung rapide an. Die Mannschaft versuchte eine Notabschaltung. Dies gelang ihnen jedoch nicht. Die Leistung stieg weiter auf das 100-fache der Nennleistung des Reaktors.

 

Um den Reaktor zu bremsen, hätten die Regelstäbe wieder komplett in den Reaktorkern eingefahren werden müssen, ein Vorgang, der nur 18 bis 20 Sekunden dauert. Diese 20 Sekunden hatte die Mannschaft aber nicht mehr. Der Druck, der sich im Reaktor durch verdampfende Wasser aufgebaut hatte, war bereits zu hoch. Durch die extremen Temperaturen hatten sich die Stäbe verbogen und passten nicht mehr in die vorgesehenen Einschublöcher.

 

Dadurch kam zu der ersten Explosion, bei der Teile des Reaktors und des 64 Meter hohen Reaktorgebäudes zerstört wurden. Danach begann der Grafitmantel des Reaktors zu brennen. Radioaktives Material wurde in die Atmosphäre geschleudert. Wenige Sekunden nach der ersten Explosion kam es zu einer zweiten Detonation.

 

Dann sprang das Feuer auf das Dach von Block 3 über. Der Qualm trug Unmengen radioaktives Material in die Atmosphäre und verseuchte weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine. Auch heute leiden noch viele Menschen daran. Die Krebsrate ist 30mal so hoch wie vor der Katastrophe.

 

Die Sowjetunion versuchte dieses Ereignis zu vertuschen, schaffte es aber nur 2 Tage. Heute ist in diesem Gebiet eine Sperrzone, jedoch gibt es Leute, die in das seit 30 Jahren verstrahlte Gebiet gehen und sich in der Geisterstadt umsehen.

 

Die Stadt Prypjat, die Stadt in der dieser Unfall stattgefunden hat, ist laut Experten erst im Jahr 101.986 wieder vollständig bewohnbar.