Unschuldig

von Fabian Honeder und Niklas Waglechner

 

„Du hast niemals die volle Kontrolle über dein Leben oder deine Freiheit, auch wenn du unschuldig bist.“

 

Damon Thibodeaux 

 

 

Nun war es also zu spät. Er konnte sich nicht mehr retten. Nur flehen und beten, das konnte Tom. Er war doch dabei unschuldig und hatte sich nichts zu schulden kommen lassen. Sein ganzes Leben hatte er kein Gesetzt gebrochen. Er war nicht einmal geblitzt worden und nun war er hier gefesselt auf an einem Bett. Hörte er da schon die Schritte der Wärter?

 

Tom erinnerte sich zurück: Alles fing damals an als ihn die Männer von der Polizei mit aufs Revier baten und ihn sechs Stunden lang verhörten. Er habe am Freitag, den 27.1., um 22 Uhr, seine Ex-Freundin mit einem Messer erstochen. Tom beteuerte seine Unschuld und sagte, dass er an diesem Tag noch bis tief in die Nacht arbeiten war und seine Ex-Freundin habe er auch seit einem halben Jahr nicht gesehen. Die Polizisten wollten ihm nicht glauben. Sie hätten schon alle an seinem Arbeitsplatz befragt doch keiner hatte ihn gesehen. Auch hätte man seine Finger abdrücke auf den Messer gefunden. Da legten einer der Polizisten ein Messer auf den Tisch. Es war Toms altes Taschenmesser. Dazu zeigte man ihm noch ein Video auf dem ein Mann in Toms alter und seiner Statur zusehen war wie er einer Frau, wahrscheinlich seiner Ex, in den Rücken stach.

 

Und so ging es immer weiter. Tom sagte immer wieder, er sei unschuldig, doch die Polizei legte immer mehr und neue Beweise vor. Einmal fand man ein Taschentuch mit seiner DNA am Tatort. Ein andermal legten sie die Telefonliste seiner Ex-Freundin vor und so weiter. Kurze Zeit später saß Tom in Untersuchungshaft.

 

Toms Anwalt lies Akteneinsicht beantragen und studierte den Fall nach Hinweisen zu dem wahren Mörder. Doch als er die ganzen Beweise gegen seinen Mandanten sah wurde er selbst skeptisch, doch er glaubte Tom weiterhin. Er erkannte, dass die Beweise absichtlich so platziert sein mussten, denn anders wäre diese erdrückende Beweislast gar nicht möglich. Der Anwalt ging zu seinem Mandanten und fragte ihn, ob er irgendwelche Feinde hätte. Doch Tom hatte keine Feinde, zumindest keine von denen er wusste. Der Anwalt brachte diese Vermutung auch vor Gericht vor, doch Tom bekam trotz allem die Höchststrafe.

 

Der Anwalt ging Beweis für Beweis durch. Irgendwo musste doch ein Hinweis auf den wahren Mörder zu finden sein. Er sprach mit Toms Kollegen und dabei viel ihm auf, dass die zwei Befragten, immer verschiedene Variationen der Geschichte erzählten. Er zeigte dies der Polizei, doch diese wollten das Verfahren nicht wieder aufnehmen. Er ging wieder zu Tom. Dieser hatte jedoch schon jegliche Hoffnung verloren und fand sich damit ab. Als der Anwalt ihm von den Zeigen Aussagen erzählte fiel ihm auf das einer der Zeugen der Ex-Freund seiner Ex-Freundin war und die beiden sich damals nicht im positiven getrennt hatten. Der Anwalt sagte ihm auch noch den Namen des zweiten Zeugen, doch ihn erkannte er nicht.

 

Nun lag Tom hier. Es waren erst ein paar Stunden vergangen, seit er den Anwalt gesehen hatte. Gleich musste es soweit sein. Er schloss die Augen und hörte eine Stimme. Sie sprach ruhig zu ihm und sagte, es würde nicht weh tun. Tom öffnete seine Augen nie wieder.

 

Der Anwalt stürzte sich ab diesem Moment an in den Fall. Er ermittelte und fand erdrückende Beweise, die die Wiederaufnahme des Verfahrens bewirken hatte können. Die Polizei erhielt noch die Beweise. Sie nahmen das Verfahren wieder auf und fassten den wahren Täter. Es war Max, der ehemalige Freund von Toms Ex-Freundin, der die Trennung von seiner Ex-Freundin nicht verkraften konnte, seine Sie ermordete und alle beweise auf Tom Zurückführen ließ.