Was machen Lehrer in ihrer Freizeit? (2)

Hannah Scheidl und Sophie Müllner

Was war die lustigste Situation, die Sie im Unterricht erlebt haben?

 

Regina Müllner:

Als ich noch in Groß Gerungs gearbeitet habe, gab es einen ganz faulen und schlimmen Schüler, der nur Unsinn im Kopf hatte. Also beschloss ich, dass ich die Mutter von diesem Schüler anrufe. Ich habe der Mutter erzählt, wie schlimm ihr Junge ist und was er alles anstellte. Aber komischerweise antwortete seine Mutter nur mit „Ja“ oder „M-Hmm“. Sie beantwortete keine meiner Fragen annähernd sinnvoll und ich wurde schon etwas ungeduldig und wunderte mich über die komischen Antworten. Aber schon bald flog der Streich auf - ich telefonierte die ganze Zeit mit dem Schüler. Im Hintergrund fragte ihn seine Mutter, mit wem er denn telefoniere.

 

Gabriele Winter:

Eine Schülerin sagte einmal „Du, Tante“ zu mir, als sie eine Frage stellen wollte.

 

Monika Kerschbaum:

Da MUSS ich euch jetzt etwas aus meiner eigenen Schulzeit erzählen: Wir hatten uns bei einer Lehrerin am Tag zuvor ziemlich dumm benommen und wollten ihr zur Wiedergutmachung ein Stück von der Torte schenken, die wir im Kochunterricht gemacht hatten.

Die Lehrerin nahm den Teller entgegen, öffnete das Fenster und warf die Torte aus dem Fenster…!!!!

Nichts in meiner eigenen Unterrichtszeit hat dieses Erlebnis toppen können! 

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

 

Regina Müllner:

In meiner Freizeit lese, koche und backe ich gerne. Walken, im Garten arbeiten, Ski fahren und Snowboarden zählen auch zu meinen Hobbys.

 

Gabriele Winter: 

In meiner Freizeit gehe ich gerne walken, lese gerne und kümmere mich um den Haushalt und meine Familie.

 

Monika Kerschbaum:

Ich höre und mache selber gerne Musik, ich lese irrsinnig gerne. 1x pro Woche gehe ich schwimmen und bewege mich täglich an der frischen Luft.

 

Was nervt an Schülern am meisten?

 

Regina Müllner:

Am meisten nervt an Schülern, wenn

 

 sie unehrlich und vergesslich sind, oder wenn sie tratschen.

 

Gabriele Winter:

Wenn sie unehrlich sind.

 

Monika Kerschbaum:

Unehrlichkeit ist für mich das Schlimmste. Jeder von uns, auch wir Erwachsenen machen manchmal etwas, das nicht in Ordnung ist.

Wenn man es dann aber nicht zugibt und sich nicht dafür entschuldigen kann, ist es für mich erst wirklich schlimm!

 

Sprechen Sie über Schüler untereinander oder auch zu Hause?

 

Regina Müllner:

Zuhause rede ich eigentlich nie über schulische Sachen, nur wenn mich etwas sehr, sehr, sehr beschäftigt.

 

Gabriele Winter:

Zuhause sprechen wir nie über Schüler, im Lehrerzimmer tauscht man sich aus, ob das Verhalten, die Motivation, das Pflichtbewusstsein eines Schülers/einer Schülerin in anderen Gegenständen/bei anderen Lehrern vielleicht ähnlich ist.

 

Monika Kerschbaum:

In der Schule schon, zu Hause kaum.

 

Sind Schüler heute leistungsschwächer als früher?

 

Regina Müllner:

Unterschiedlich, die Schüler sind nicht leistungsschwächer, aber ihre Leistungsbereitschaft hat abgenommen. Heutzutage lassen sich viel zu viele Schüler ablenken und können sich deswegen oft nicht so gut konzentrieren.

 

Gabriele Winter:

Ich denke, das kann man so nicht sagen, weil die Ausgangssituation heute eine ganz andere ist als früher.

 

Monika Kerschbaum:

 Leistungsschwächer nicht, aber unkonzentrierter finde ich.

 

 

Warum sind Sie Lehrerin geworden?

 

Regina Müllner:

Lehrerin war immer schon mein Traumberuf. Ich arbeite gerne mit Leuten, vor allem mit Kindern. Ich begleite junge Menschen gerne auf ihrem Lebensweg und versuche, ihnen Dinge beizubringen. Als ich noch ein Kind war, spielte ich oft mit meinem kleinen Bruder Schule. Ein großes Vorbild war und ist noch immer Erika Koppensteiner. Sie war meine Lehrerin. Ihr Unterricht machte mir immer Spaß.

 

Gabriele Winter

Das weiß ich eigentlich gar nicht mehr so genau. Vielleicht weil meine Tante auch Lehrerin ist!? Aber heute muss ich sagen: Ich finde es schön, Kinder ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu können/zu dürfen. 

 

Monika Kerschbaum:

Ich wollte immer einen Beruf, der sich auch gut mit meiner eigenen Familie vereinbaren lässt – da ist der Lehrberuf wirklich ideal.

Ich habe so viele nette junge Menschen kennenlernen und begleiten dürfen, das ist schon ein großes Geschenk.

Ich könnte mir keinen besseren Beruf für mich vorstellen!